Julia Peters, jip film & verleih

Julia Peters studierte Film- und Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar und ist Absolventin vom TP2-Talent Pool der MDM und international producing der Internationalen Filmschule Köln. Ihr erster großer Kinofilm SING IT LOUD erzählt von einem Chorwettbewerb in Tansania. Von der ersten Idee bis zum Kinostart des Projektes dauerte es 12 Jahre.

Im Zuge der Kinoauswertung SING IT LOUD gründete sie gemeinsam mit Jutta Feit die Firma JIP-Film & Verleih und hat inzwischen bereits 11 Filme, darunter  Congo Calling (Dok. 2019), Yves‘ Versprechen (Dok. 2018) und TOKAT – Das Leben schlägt zurück (Dok. 2016) in die Kinos gebracht. Der Film GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA von Regisseurin Teona Strugar Mitevska, ist zudem einer der drei Finalisten des diesjährigen LUX-Filmpreises, war im Wettbewerb der Berlinale 2019 und hat u.a. den Fünf Seen Wettbewerb gewonnen.

Julia Peters lebt seit 2007 mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main.

Frankfurt ist für mich …

eine große Überraschung. Bevor ich hierher zog, dachte ich, Frankfurt sei eine hässliche Stadt, musste aber feststellen, dass Frankfurt sehr schöne Ecken hat und die Menschen hier wunderbar sind. Es läßt sich hier sehr gut leben und arbeiten.

Was begeistert Dich am meisten an Deinem Beruf?

Dass man mit Bildern erzählen kann. Ich habe als Kind viel und gern gelesen und fotografiert. Wir hatten keinen Fernseher und ich war relativ spät, mit 14 Jahren zum ersten Mal im Kino. Dort habe ich Spur der Steine gesehen. Das hat mich extrem fasziniert und die Erkenntnis, dass man mit Bildern Geschichten erzählen kann, hat mich nicht mehr losgelassen. Im Filmstudium an der Bauhaus-Universität Weimar habe ich viel damit experimentieren können.

Woher kommen Deine Ideen?

Während stressiger Arbeitsphasen ist es schwer Ideen entwickeln. Aber auch das geht, besonders gut im Austausch mit meiner Kollegin Jutta Feit, wir sind mittlerweile ein erprobtes Team. Am schönsten ist es natürlich, Zeit und Muße zuhaben und klassisch die Papierausgaben der Presse lese, z.B. Le Monde Diplomatic. Da lassen sich neue Ideen wunderbar entwickeln, egal ob es Stoffe für mich selber sind oder Überlegungen wie wir Filme anderer ins Kino bringen können.

Meine Mittagspause …

mache ich nicht.

Welche Trends siehst Du gerade?

Ich habe keine Ahnung von Trends.

Was können wir noch lernen?

Wir sollten die Online-Plattformen für das VOD besser nutzen. Gerade für die Kinoverleiharbeit sind die Möglichkeiten noch sehr eingeschränkt. Ich würde mir für meine Arbeit eine größere Offenheit wünschen. Es wäre schön, wenn es Mischformen gäbe und mehr Angebote, die auf die Bedürfnisse des Publikums eingehen. Beispielsweise könnte ein Film einige Tage vor dem Kinostart Online zu sehen sein, damit es besser beworben werden könnte. Dies sollte man aber nicht falsch verstehen: Ich finde, Kino ist ein großartiger Ort für Filme, nirgendwo schaut man so konzentriert, wie im Kino einen Film an. Es gibt Filme, deren Bildsprache so voll ist, dass sie nur im Kino wahrgenommen werden können. Und hier in Frankfurt gibt es bei anschließenden Filmgesprächen oft hervorragende Möglichkeiten sich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen. Aber es gibt auch Menschen, denen es aus unterschiedlichen Gründen wie Arbeit, Reisen oder kleinen Kindern nicht möglich ist, ins Kino zu gehen und für diese wären Online-Alternativen toll.

Das sollte man in Frankfurt unbedingt machen …

Ins LILU (Licht- und Luftbad) in Niederrad gehen und in der Stadt mit dem Fahrrad fahren. Und unseren neuen Film Barstow, California von Rainer Komers anschauen, der Anfang Oktober in die Kinos kommt. Er spielt in der sonnendurchtränkten kalifornischen Mojave-Wüste und der Kleinstadt Barstow, in der bis heute Gold abgebaut wird. Und den Film GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA von Regisseurin Teona Strugar Mitevska, einer der drei Finalisten des diesjährigen LUX-Filmpreises, den wir Anfang November in die Kinos bringen.

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BARSTOW, CALIFORNIA GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA

Blume auf Tisch vor gelber Wand